Carl Wilson

 

 

Carl Dean Wilson wurde am 21. Dezember 1946 als jüngster von drei Söhnen von Murry und Audree Wilson geboren.

 

Carl teilte sich gemeinsam mit seinen beiden älteren Brüdern ein Schlafzimmer. Bereits während ihrer Kindheit war es immer wieder Brian, welcher gemeinsam mit seinen beiden Brüdern bis spät in die Nacht hinein dreistimmige Harmonien singen wollte. So wurde auch berichtet, dass – wenn Carl einmal keine Lust hatte mit seinem Bruder zu singen - dieser zu seiner Mutter lief und diese ihn überreden konnte zu singen.

 

Im Herbst 1958 begann Carl Wilson Gitarrenstunden bei einem Nachbarn zu nehmen. Sein Lehrer war John Maus welcher später Karriere als Gitarrist der Walker Brothers machen sollte. Auch Carl´s Nachbar und Schulfreund David Lee Marks nahm bei ihm Unterricht, wobei Carl und David in weiterer Folge öfter miteinander spielten. Carl hatte eine große Leidenschaft für Rhythm & Blues Musik sowie Rock´n´Roll entwickelt. Er brachte seinen älteren Bruder Brian mit dieser Musik in Berührung.

 

Als Brian Wilson im Sommer 1960 eine erste Band gründete wurde auch Carl in die Formation inkludiert. Da dieser anfangs Vorbehalte gegen die Band hatte benannte Brian die Gruppe in „Carl & The Passions“ (ungefähr: Carl und die Leidenschaftlichen).

 

Im Sommer 1961 arbeitete Carl in einem Ferienjob an der Tankstelle, während er weiterhin in der Band spielte. Durch den Neuzugang von Alan Jardine nehmen auch die anderen Mitglieder die Gruppe seriöser und hielten ein Vorspielen ab. Bei diesem Vorspiel war Carl der einzige Gitarrist in der Gruppe, da Alan den Bass spiel und Brian die Percussion übernahm

 

Als sich die Band im September 1961 mit gemieteten Instrumenten eindeckte, entschied sich Carl für eine Rickenbecker Gitarre, was seine erste E-Gitarre wurde.

 

Als sich die Gruppe im Februar 1962 in die World Pacific Studios einmietet um Lieder aufzunehmen, nehmen sie auch das Stück „Beach Boys Stomp“ (bzw. auch Karate betitelt) auf, welches von Carl geschrieben wurde.

 

 

Carl wurde der Lead-Gitarrist der Gruppe. Als sich Brian Wilson 1964 von Tourneeleben zurückzog wurde Carl zu Brian´s verlängerten Arm. Wie wichtig Carl für die Band war sah oder besser hörte man bei einem Konzert 1967, als Carl verspätet bei einem Auftritt ankam und die Band in seiner Abwesenheit maßlos überfordert war.

 

Er wurde öfter als „Baby Brother“ betitelt und galt als der Vernünftige in der Band, welcher vor allem in späteren Jahren als Mediator bei Streiterein auftrat. Carl wurde 1969 verhaftet, nachdem er seine Wehrdienstverweigerung ausgesprochen hatte und auch den Wehrersatzdienst nicht antreten wollte.

 

 

Carl war der einzige der Beach Boys welcher in seinem Erwachsenenleben Kalifornien ganz verließ. Er siedelte sich im Bundesstaat Colorado an und kaufte sich ein Anwesen außerhalb von Nederland. Er war gewisser Maßen ein entfernter Nachbar von Jim Guercio, auf dessen Caribou Ranch Carl eine Zeitlang wohnhaft war. Carl lebte noch weiter in den Bergen mit einem fabelhaften Ausblick auf den Rocky Mountains National Park.

 

 

Carl starb am 6. Februar 1998 an den Folgen seiner schweren Krankheit. Er wurde im Westwood Memorial Park in Los Angeles bestattet. Die Beerdigung fand am 10. Februar statt. Elton John schickte für die Beerdigung einen Blumenkranz. Carl´s Freund John Rogers hielt die Grabrede, aber auch Jerry Schilling und Gerry Beckley sagten einige Worte, wie auch seine beiden Söhne Jonah und Justyn, während sein Bruder Brian bitterlich weinte.