Beach Boys in Deutschland

 

Wie alles mit den Beach Boys in Deutschland begann kann man nur sehr schwer rekonstruieren. Veröffentlichungen dürfte es schon sehr früh gegeben haben, nachdem eine deutsche Ariola-Single von „Surfin Safari“ aus dem Jahre 1962 vorhanden ist, welche unter Sammlers einiges an Geld wert ist.

 

Den ersten kleinen kommerziellen Erfolg den die Beach Boys in Deutschland verbuchen durften lag im Jahr 1964. Im April 1964 platzierten sie ihre erste Single knapp in den Top50. Dies war mit „Fun, Fun, Fun“ auf Platz 49. Grundsätzlich tauchten auch Berichte über zwei Konzerte auf, welche die Beach Boys im Herbst 1964 in Frankfurt und Hamburg absolviert haben sollen – dies kann von Zeitzeugen allerdings nicht bestätigt werden. Die Beach Boys waren aber im Jahr 1964 in Deutschland – zumindest auf einer Werbetournee in München, Frankfurt und in Berlin. Hierbei ist von mehreren Quellen bestätigt, dass Mike – der in München scheinbar einen über den Durst getrunken hat – mit einer Kurtisane durch München zog und hierbei mit ihrem Leibwächter aneinander geriet, scheinbar überfallen wurde und schließlich eine Nacht in einer Münchner Ausnüchterungszelle verbringen durfte.

 

Ab 1965 konnten die Beach Boys einen enormen Anstieg ihrer Popularität im deutschsprachigen Raum vermerken. Maßgeblich daran beteiligt war wohl auch die Bravo, die ausführlich über die Gruppe berichtete. Nicht nur, dass sie Help me Rhonda anfänglich in die Top 10 der deutschen Charts brachten, folgten bald darauf mit Barbara Ann auf Platz 2 und Sloop John B. der größte Erfolg in Deutschland, welcher sie die deutschen Single-Charts anführen ließ. In Österreich war „Sloop John B.“ nach „Barbara Ann“ im Jahr zuvor schon der zweite Nr. 1 Erfolg.

 

Auch in den Albencharts waren sie mit dem „Beach Boys Party“ Album auf Platz 4 vertreten, während „Pet Sounds“ ebenso wie in den USA mit Rang 12 nur einen eher bescheidenen Platz einnehmen konnte. Die für den deutschen Markt zusammengestellte „Best of“ Kompilation „Surf Beat Fun“ verkaufte sich unterdessen mit Rang vier in den Albencharts ebenfalls sehr gut.

 

1966 gingen die Beach Boys schließlich auf eine erste Deutschlandtournee, begleitet von Graham Bonney, Peter & Gordon, The Lords und Ambros Seelos. Sie spielten in einer Woche im Herbst insgesamt 7 Konzerte in Deutschland sowie eines in Wien. Es dürfte ihnen in Deutschland gefallen haben, denn die nächsten drei Jahre wiederholten sie dieses Schauspiel immer wieder. 1967 wurde ihnen schließlich der bronzene Bravo-Award verliehen.

 

1968 gelang ihnen in Deutschland und Österreich mit „Do it again“ noch einmal ein Top10 Hit. In der Schweiz konnten sie zum ersten Mal die „Top 10“ mit diesem Lied erobern.

 

Erst 1970 kam es zu einer Unterbrechung in den Deutschland besuchen. Um Weihnachten war ein Konzert in Saarbrücken angesetzt. Obwohl bereits 2000 Karten verkauft waren wurde das Konzert abgesagt. Es dauerte schließlich bis in den Mai 1972, bis sie im Rahmen ihrer Europatournee wieder in Deutschland Station machten. Bei diesem Konzert hatten sie einige Lieder im Gepäck, welche man nicht unbedingt oft Live gehört hat. Allen voran war hierbei die von Dennis Wilson geschriebene Ballade „I´ve got a friend“. Das Lied wurde damals in guter Qualität von Radio Luxemburg aufgenommen, das Band „verschwand“ allerdings auf ungelöste weise. Das Lied wurde nie auf einem Beach Boys Album veröffentlicht, obwohl die Band dafür die Instrumente einspielte.

 

Da ihnen in Deutschland auch keine Single-Erfolge mehr gelangen verzichteten sie auch eine lange Zeit auf Konzerte. Erst 1987, als Wipe Out sie wieder in die Top30 brachte, kamen sie wieder retour nach Deutschland. Schließlich schafften sie es im Jänner 1989 mit der Single-Kokomo noch einmal zurück in die Top10. Das letzte Mal in den Single Charts vertreten waren sie im Jahr 1996 – in Kooperation mit der britischen Band „Status Quo“ erreichten sie Platz 84. 

 

Mike Love und Bruce Johnston gaben als "The Beach Boys" ihr bisher letztes Deutschlandkonzert in Hagen.  (Konzertbericht Hagen)

Brian Wilson war niemals mit der Band in Deutschland. Er kam erst im Zuge seiner Solokarriere im Jahr 2002 nach Deutschland. 2007 war er das erste Mal in Österreich.