Beach Boys nach 1998

 

 

Nach Carl Wilsons Tod verließ Alan Jardine ebenso wie der Großteil der Bühnenband die Beach Boys. Gemeinsam mit Jardine gründeten sie eine neue Formation. Brother Records vergab die Lizenz für die Namensrechte am Bandnamen an Mike Love, der seitdem gemeinsam mit Bruce Johnston unter dem Namen „The Beach Boys“ Konzertreisen durch die ganze Welt veranstaltet. Er darf den Namen allerdings nicht für Plattenaufnahmen nutzen.

 

David Lee Marks kehrte von 1998 bis 2000 ganz zur Band zurück, nachdem er zuvor seine Aktivität wieder sporadisch aufgenommen hatte. Obwohl Al Jardine und Brian Wilson nicht mehr mit Love auf Tournee gehen, sind beide immer noch offizielle Mitglieder der Beach Boys und haben bei Brother Records ein Stimmrecht.

 

2003 veröffentlichten sie über ihre Plattenfirma Brother Records das Livealbum „Good Timin – Live in Knebworth“, welches einen Konzertmitschnitt aus England aus dem Jahr 1980 beinhaltet, an dem alle sechs Beach Boys teilnahmen. Im selben Jahr brachte Capitol Records die Kompilation Sounds of Summer heraus, die bis auf Rang 16 der Billboard-Charts kam.

 

Im Jahr 2006 trafen die noch lebenden Beach Boys am Capitol Tower, dem Hauptsitz ihrer ersten Plattenfirma in Los Angeles zusammen, um das 40-jährige Jubiläum von Pet Sounds zu zelebrieren und die Auszeichnung über 2 Millionen verkaufte Exemplare für Sounds of Summer entgegen zu nehmen.  Sie veröffentlichten daraufhin eine Live-Kompilation unter dem Namen „Songs From Here and Back“, die neun Liveaufnahmen und drei Studiotitel aus den Soloprojekten von Love, Wilson und Jardine enthielt. Diese Zusammenarbeit nährte Spekulationen über eine neue Wiedervereinigung der Band.

 

Alan Jardine veranstaltet unter seinem eigenen Namen Konzerte, ihm zur Seite stehen zum Großteil jene Musiker, die in den letzten Jahrzehnten mit den Beach Boys tourten sowie seine beiden Söhne. Auch Brian Wilsons Töchter gehören zeitweise zur Band. Jardine veröffentlichte 2001 das Album Live in Las Vegas und arbeitet an seinem ersten Soloalbum Postcards from California.

 

Brian Wilson betreibt mit seiner zehnköpfigen Band ebenfalls ausgedehnte Konzertreisen und veröffentlicht unregelmäßig neues Material. Darunter befand sich 2004 Brian Wilson presents Smile, das weltweit in den Charts zu finden war und für drei Grammys nominiert wurde. Mrs. O’Learys Cow daraus wurde als „beste Instrumental-Rock-Performance“ ausgezeichnet. Sein bis dato letztes Album veröffentlichte er im Jahr 2008: That Lucky Old Sun (A Narrative) kam in den USA auf Platz 21.