Brother Records

 

 

Brother Records, Inc. (BRI) wurde im Oktober 1966 von den Beach Boys gegründet. Die Unternehmung war als Plattenfirma gedacht, welche allerdings auch alle Angelegenheiten der Beach Boys regelte. Bei der Gründung der Plattenfirma bekamen die damaligen Beach Boys Mitglieder Brian Wilson, Dennis Wilson, Carl Wilson, Mike Love, Alan Jardine und Bruce Johnston einen gleichwertigen Anteil. An der Gründung Beteiligt war auch Beach Boys Manager Nick Grille, der schließlich David Anderle zum ersten Geschäftsführer der Plattenfirma ernannte um die organisatorischen Aspekte abzudecken. Anderle war mit Brian Wilson befreundet und Manager von Van Dyke Parks.  Das Büro der Plattenfirma befand sich am Sunset Boulevard in Los Angeles.  Das Logo von Brother Records wurde von Cyrus Edwin Dallin in lebensgröße entworfener Bronzestatue “ Appeal to the Great Spirit” übernommen, welche in Boston steht.

 

 

Die Plattenfirma wurde aus mehreren Überlegungen gegründet.

 

  • Einerseits wollten die Beach Boys eine Nachfolgefirma der „Sea of Tunes“ wie auch der „Beach Boys Entertainment Enterprice“ gründen, welche die Firmen vereinigte

 

  • Für Brian Wilson sollte mit der Plattenfirma eine Veröffentlichungsmöglichkeit für musikalische Experimente gegeben werden

 

  • Die Beach Boys planten, talentierte Künstler unter Vertrag zu nehmen und diese zu produzieren.

 

  • In weiterer Folge sollte ihr eigenes Liedmaterial über die Plattenfirma veröffentlicht werden und in Kooperation mit einer etablierten Plattenfirma vertrieben werden. Dies wollten sie tun, da sie alles fest in ihrer Hand haben wollten. 

 

Die Gründung wurde wohl auch durch die Reaktion von Capitol Records auf Pet Sounds und erste Hörproben von Smile ausgelöst. Zudem lagen die Beach Boys mit Capitol im Streit wegen vorenthaltener Tantiemenzahlungen. Capitol drängte zudem darauf, den bald auslaufenden Vertrag mit der Gruppe zu verlängern.

 

 

Beach Boys Veröffentlichungen

 

Im Juli 1967 fand mit der Single „Heroes & Villains“ unter der Nummer „Brother 1001“ die erste Veröffentlichung statt. Auch die Single „Gettin Hungry“ wurde im September 1967 – als Mike Love und Brian Wilson´s Solosingle – unter „Brother 1002“ veröffentlicht. Das erste Beach Boys Album unter Brother Records war Smiley Smile (Brother 9001). Die Veröffentlichung beschränkte sich auf die USA, für den Rest der Welt war weiterhin Captiol für die Veröffentlichungen zuständig.

 

Ende 1969 unterschrieben die Beach Boys einen neuen Plattenvertrag bei Warner Bros. Die Veröffentlichungen ihres Liedgutes fand zwischen 1970 und 1978 über die Firmenzusammenstellung Brother Records/Reprise Records statt.

 

Ab 1979 – als sie einen neuen Plattenvertrag mit Caribou Records/CBS schlossen, rückte Brother Records wieder in das zweite Glied zurück, wie auch bei weiteren Veröffentlichungen bis 1989.

 

Da die Beach Boys für ihr Album von 1992 – Summer In Paradise – keinen Plattenvertrag mehr bekommen konnten, reaktivierten sie Brother Records wieder und veröffentlichten das Album über ihre eigene Plattenfirma.

 

Die Wiederveröffentlichungen des Beach Boys Songkataloges auf CD erfolgte ab den 1990er Jahren in Zusammenarbeit von Brother Records und Capitol Records bzw. später auch von Brother und den anderen Vertriebspartnern.

 

2003 veröffentlichten sie schließlich über „Brother Records“ die DVD und die CD „Good Timin - Live at Knebworth“.

 

 

 

 

 

Weitere Projekte

 

Redwood

Brian Wilson begann im Jahr 1966 mit der Band seines Freundes Danny Hutton – den Redwood – zu arbeiten. Dies sollte das erste Projekt für „Brother Records“ sein. Wilson produzierte die Band und wollte ihnen zahlreiche seiner Lieder überlassen. Darunter waren Lieder wie „Darlin“ und „Time to get alone“. Die Schaffung neuer Liedstücke von Brian Wilson war zu diesem Zeitpunkt recht limitiert. Als die Beach Boys merkten, dass Wilson die wenigen Lieder die er in dieser Zeit komponierte an die Redwoods abtreten wollte, schritten sie ein und legten dieses Projekt auf Eis. Wilson musste den Vertrag mit den Redwoods deshalb auflösen, finanzierte der Band allerdings die Aufnahme der ersten Lieder. Die Gruppe benannte sich bald in Three Dog night um und verkauft in ihrer Karriere über 40 Millionen Tonträger.

 

Stephen Kalinich

 

Stephen Kalinich bekam von Brother Records einen Vertrag. Er arbeitete ab 1967 zunächst als Texter mit Dennis Wilson, später auch sehr oft mit Brian Wilson und teilweise mit Carl. Kalinich ist somit die einzige Person außerhalb der Gruppe, welche mit allen drei Wilson-Brüdern zusammen Lieder erschuf.

 

Carl Wilson produzierte für Steve Kalinich das Lied „Leaves of Grass“, welches allerdings von Radiostationen nicht gespielt wurde da diese dachten, es handelte von Marihuana.

 

Brian Wilson produzierte mit Kalinich das Album „A world of peace must come“, wobei Gedichte von Kalinich von Wilson mit Musik unterlegt wurden. Das Album blieb allerdings unveröffentlicht und gelangte erst im Jahr 2008 an die Öffentlichkeit.

 

Es kam von Brother Records zu keinen weiteren Veröffentlichungen

 

 

The Flames/The Flame

 

Das einzige Projekt welches tatsächlich realisiert wurde war jenes der Flames . Carl Wilson hatte die südafrikanische Gruppe bei einem Konzert in London im Jahr 1970 entdeckt und sie sogleich unter Vertrag genommen, und von Al Jardine sowie Carl nach Los Angeles eingeladen. Dort siedelte sich die Band, die sich von fortan „The Flame“ nannte, an und begann damit eigene Lieder zu komponieren.

 

Carl Wilson produzierte die Lieder der Gruppe und nahm die Songs mit der Band in mehreren Sessions von Oktober 1969 bis Juli 1970 auf. Das Album wurde schließlich bei Brother Records veröffentlicht.

 

 

 

 

 

 

Änderungen der Rechte:

 

Bruce Johnston verkaufte seinen Anteil an Brother Records 1971, als er aus der Band ausstieg.

 

Ende der 1970er Jahre übertrug Brian Wilson seinen Anteil auf Mike Love, bekam diesen später allerdings wieder zurück

 

1983, nach dem Tode von Dennis Wilson, verkauften dessen Erben Dennis Anteil an Brother Records um ausstehende Schulden begleichen zu können.

 

Nach dem Tode von Carl Wilson im Jahr 1998 ging sein Anteil an seine Söhne Justyn und Jonah Wilson über.

 

Derzeit halten somit Mike Love, Brian Wilson, Alan Jardine sowie Carl Wilson vertreten durch Justyn und Jonah Wilson, einen Anteil.

 

 

Derzeitige Rechtslage der Lieder

 

Auf Anfrage bei Eliott Lott wurden uns folgende Informationen zugesendet:

 

Capitol Records hält derzeit den Hauptanteil der Rechte am Beach Boys Katalog, auch jenen von Brother Records. Brother hält die Rechte am Album "Summer In Paradise", dem Lied "Kokomo" sowie einigen anderen Liedern aus dieser Zeit, welche für Filme usw. verwendet wurden. Brother hält allerdings die Rechte an vielen Live-Aufnahmen und Konzerten.

 

Rondor Music hält nach wie vor die Rechte an "Sea of Tunes". Brian Wilson hatte zwar Anfang der 1990er Jahre versucht, die Rechte zurück zu bekommen, man einigte sich allerdings außergerichtlich auf eine Entschädigungszahlung. Rondor behielt aber die Rechte. Brother Publishing (eine Tochtergesellschaft von Brother Records) hält allerdings die Vertriebsrechte für die Ära der Lieder nach Pet Sounds. Einige Lieder gehören auch den einzelnen Beach Boys - aber deren sind nicht viele.